Geschichte

Geschichte

Die Gesamtanlage von Ludwigsburg ist eine der großartigsten barocken Schöpfungen des Herzogtums. Auf der Grundlage einer mittelalterlichen Wasserburg erhebt sich mitten in doppeltem Hausgraben das stattliche dreigeschossige Herrenhaus, eher ein Schloss zu nennen, von gewaltigem Walmdach überspannt, bis zum heutigen Tage nur durch zwei schmale Brücken mit dem Hof und mit dem Park verbunden.

Gut Ludwigsburg Der Hausgraben, der sich nördlich des Hofes zu einer größeren Wasserfläche weitet, wird durchflossen von der Kobek, daher auch der ursprüngliche Name des Gutes Kohöved.

Die Hofanlage wird gegen die Außenwelt durch das geradezu festungsartig wirkende Tor abgeschirmt, ursprünglich mit zwei Treppentürmen zu beiden Seiten des langgestreckten Baues, heute steht nurmehr der westliche. Die Torfahrt ist gekrönt von einem kleinen Türmchen mit Laterne und welscher Haube, beides erst 1904 entstanden, aber in glücklicher Ergänzung des imposanten Bauwerks.

Die Geschichte Ludwigsburgs – oder wie wir für die früheren Jahrhunderte richtiger sagen müssen, die von Kohöved – gewinnt im Anfang des 15. Jahrhunderts festere Umrisse. Das Gebiet scheint wie der größte Teil von Schwansen im Besitz des Bischofs von Schleswig gewesen zu sein. Um 1400 wird eine curia mit 7 Hufen als Lehen des Bischofs genannt, die ersten Besitzer gehören zum Adelsgeschlecht Sehestedt, das zu dieser Zeit auf vielen Edelhöfen in Schwansen und im Dänischen Wohld sitzt und das Kohöved für fast zwei Jahrhunderte behalten sollte. Der erste uns bekannte Besitzer war der Ritter Sievert Sehestedt, der zwischen 1396 und 1424 auf Kohöved genannt wird. Er hinterließ seine Witwe Catharine, geb. v.d. Wisch, die ihren Mann um mindestens 40 Jahre überlebt hat und noch 1467 in Urkunden vorkommt. Kohöved ging zunächst auf den Sohn Otto über, der zwischen 1469 und 1480 genannt wird, von diesem auf den ältesten Sohn Benedict. Auf ihn folgt wieder ein Otto Sehestedt, von dem wir in den Jahren von 1533 bis 1559 hören. Er hinterließ zwei Kinder, einen Sohn namens Melchior, der ohne Erben 1564 verstarb, und eine Tochter Beate, die mit Paul Rantzau auf Bothkamp vermählt war. So ging Kohöved für ein Jahrhundert auf die Rantzau über.

Frau Beate hatte entschieden ein gut Teil Ahnenstolz. An der Außenmauer des Torhauses in Ludwigsburg sind zehn Sandsteintafeln als bildhauerischer Schmuck angebracht. Der Längsbalken besteht aus sieben Tafeln, in der Mitte das Rantzausche Wappen, links und rechts je dreimal das Wappen der Sehestedt. Unter dem Längsbalken stehen zwei Tafeln mit den Wappen Rantzau und Sehestedt. Über dem Längsbalken befindet sich eine hochaufragende Tafel, von einem spitz dreieckigen Giebel gekrönt. Im Giebel ist das Relief einerTaube angebracht, an der hohen Tafel selber die Darstellung der Kreuzigung mit Maria und Johannes, über dem Kreuz mit dem in den Wolken schwebenden Gottvater. Da Beate Rantzau, geb. Sehestedt, 1589 gestorben ist, dürfte das Torhaus etwa um diese Zeit erbaut worden sein.

Gut Ludwigsburg 1950Von den vielen Kindern, die das Ehepaar hinterließ, ist nicht nur Gutes zu berichten. Die Schlimmste von allen war die Tochter Magdalene, die beschuldigt wurde, die eigene Mutter vergiftet zu haben. Sie wurde daraufhin von ihren Brüdern in Bothkamp eingesperrt, entwich aber, lief zu den Landsknechten und verkam als Dirne in den Kriegen der Zeit. Der älteste Bruder Gert hatte zunächst die beiden Güter Bothkamp und Kohöved geerbt und scheint ein hochbegabter junger Mensch gewesen zu sein. Auf dem Lehenstag von Odense 1580 wurde er jedoch von Friedrich Brockdorff auf Bossee erstochen, was zu einem langdauernden Zwist zwischen den Geschlechtern Rantzau und Brockdorff führte. Erst 1588 wurde der Streit beigelegt, die Brockdorff mußten mit 36 Personen feierlich Abbitte in der Nikolaikirche in Kiel leisten, mit 12 Männern, 12 Frauen und 12 Jungfrauen (!), sogar die 90jährige Abel Brockdorff von Lindau in Angeln zog mit.

KohövedKohöved und Bothkamp gingen dann an den zweiten Sohn Otto Rantzau, der im ganzen Land wegen seiner vielen Gewalttaten berüchtigt war und unter dem Namen “der Dolle” bekannt war. Von ihm, der keine Nachkommen hinterließ, kam Kohöved auf den 9. Bruder Bertram. Er schenkte im Jahre 1600 der Kirche in Waabs eine geschnitzte Kanzel, ein Werk des Bildschnitzers Jürgen Koberg. Auch der wuchtige Turm der Kirche ist in der Rantzauschen Zeit erbaut worden, entweder gleichfalls durch Bertram Rantzau oder seinen Vater Paul Rantzau. Bertram Rantzau hinterließ neben drei Töchtern auch einen Sohn, nach dem Großvater Paul benannt, der nun die Güter alle besaß, Kohöved und Bothkamp, dazu Dobersdorf und Bienebek. Er hatte in Orléans und Siena studiert und war später Landrat und Amtmann in Kiel. Von seinen Kindern starben fünf im Kindesalter, der einzige Sohn mit 15 Jahren, die Tochter heiratete nach Mecklenburg. So schlossen nach seinem Tode die Erben am 7. Oktober 1670 einen Erbteilungsvertrag, durch den Kohöved auf den Sohn der Schwester Beate Rantzau, vermählten Ahlefeldt, überging, auf den Generalleutnant Friedrich von Ahlefeldt.

672 verkauften die Erben Friedrich von Ahlefeldts Kohöved für 75000 Rthlr. an den Freiherrn Friedrich Christian von Kielmannsegg, einen Sohn des bekannten herzoglichen Kanzlers Johann Adolf Kielmann von Kielmannseck. Auf diesem folgten Vater und Sohn Temming aus einer sonst wenig hervortretenden Familie, beide königliche Kanzler. Von ihrer Zeit auf Kohöved ist bekannt, daß sie in großen wirtschaftlichen Nöten steckten und den Waldbestand erheblich schädigten. Damals war es noch üblich, Schweine zur Mast in den Wald zu treiben. Die Verheerungen im Wald waren jedoch so groß, daß der Pastor in Waabs die Zahl seiner Mastschweine von 30 auf 8 reduzieren musste. So nimmt es nicht Wunder, daß Johann von Temming 1722 Konkurs machte. Aus dem Konkurs kaufte das Dreigespann Friedrich von Söhlenthal, Otto Friedrich von Buchwaldt auf Troiburg und Frau Maria Heldt das Gut, hielten es aber auch nur wenige Jahre.

Gut Ludwigsburg1730 erwarb der Baron Ludwig von Dehn, genannt von Pott, Kohöved für 112000 Rthlr. Seine Familie stammte aus Holland. Der ursprüngliche Name Pott ist wappengebend. Dieser Baron Dehn ist der wahre Schöpfer des Gutes geworden, er hat dem Herrenhaus die Gestalt gegeben, die es heute noch besitzt, er hat das Haus mit Kunstschätzen gefüllt, den französichen Garten angelegt, das Krummhaus erbaut und endlich dem Gut seinen jetzigen Namen verliehen: Ludwigsburg. 1770 erhob er Ludwigsburg zu einem Fideikommiß für den jüngsten Sohn seines Stiefbruders, den braunschweig-lüneburgischen Hofmarschall August Wilhelm von Dehn, den letzten männlichen Namensträger des Geschlechts; dann für die Nachkommen des älteren Bruders, des dänischen Kammerherrn und Oberst Johann Friedrich Christian von Dehn. So gelangte Ludwigsburg über dessen Tochter Sophie Charlotte Friederike Baronesse von Dehn an deren Ehemann, Carl Friedrich Ulrich von Ahlefeldt (gestorben 1829). 1783 nahm dieser auf Grund einer Anordnung im Testament des Statthalters den Namen von Ahlefeldt Baron von Dehn an. Ahlefeldt geriet in große wirtschaftliche Schwierigkeiten. 1806 verkaufte er Ludwigsburg an den Vetter, den Grafen Friedrich Ahlefeldt-Laurvig auf Langeland für 475000 Rthlr, vermochte es zwar 1810 zurückzukaufen, konnte es aber nicht halten und machte 1822 Konkurs.

Ludwigsburg war zu Zeiten Baron Ludwig von Dehn ein sehr großer Besitz und hatte einen Flächeninhalt von 5612 Tonnen. Außer dem Haupthof gehörten dazu die 6 Meierhöfe Waabshof, Sophienhof, Lehmberg, Karlsminde, Hökholz und Rotensande und die Dörfer Klein-Waabs, Groß-Waabs, Langholz und Glasholz. Als 1822 nun Konkur ausbrach , wurden die Meierhöfe vom Gut getrennt, den Haupthof mit Rotensande kaufte Johann Rudolph von Ahlefeld auf Saxtorf, für 82000 Rthlr. Es folgte sein Sohn , der Kammerherr Hermann von Ahlefeld. Nach seinem Tode, 1855, erbte der erst 3 Jahre alte Sohn Jean von Ahlefeld Ludwigsburg. Dessen Sohn, Johann von Ahlefeld hinterließ zwei Töchter, von denen die ältere Ingrid von Ahlefeld im Jahre 1950 Ludwigsburg an die ungeteilte Erbengemeinschaft Carl verkaufte. Diese waren ehemals Domänenpächter der Domäne Katlenburg in Hannover.

Das Herrenhaus wurde dabei bis zu ihrem Tode 1977 von der Witwe des letzten Herrn von Ahlefeld auf Ludwigsburg, Mathilde von Ahlefeld, geb. Jenisch, bewohnt.

Im Lustwäldchen Solitude am kleinen Aas-See nahe der Förde ist ein Mausoleum der Familie von Ahlefeld erbaut.